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updated: SENEC.cloud Preisschock und defekte Speicher

Die SENEC-Speicher sind noch immer defekt - und statt sie zu reparieren erhöht EnBW die Preise massiv. Lohnt sich die SENEC.cloud überhaupt noch?

vor 15 Tagen

Neuster Beitrag updated: SENEC und die Sache mit der Kulanz von Marco Tralles public

Die SENEC-Speicher sind noch immer defekt - und statt sie zu reparieren erhöht SENEC die Preise massiv. Lohnt sich die SENEC.cloud überhaupt noch und macht SENEC das trotz fadenscheiniger Argumentation vielleicht doch nur, um die Kosten für die defekten Speicher wieder einzufahren?


Am Freitag, den 11.11. hat St. Martin seinen Mantel nicht geteilt, sondern als Raubritter ein Brief von SENEC gebracht: fast 200% Preiserhöhung ab 1.1.2023 …

Auch bei uns war die Entscheidung für SENEC eine Entscheidung für Planungssicherheit. Diese Plalungssicherheit wird uns nur noch für ein Jahr zugesichert. Dabei ist SENECs Begründung in sich nicht schlüssig, denn der Preis an der Börse ist erstens fallend, und zweitens: jeder SENEC-Kunde produziert für SENEC. Aber dazu später mehr. Was ich eingangs aber sagen will: die Preise müssten deutlich stabiler sein, als SENEC bekannt gibt. Der Verdacht drängt sich auf, dass SENEC mit dieser unnötigen Preis-Steigerung die Kosten für fehlerhaften Speicher wieder reinholen muss …


SENEC schreibt:

Guten Tag  Marco Tralles,

die neuerlichen Kostensteigerungen für die Strombeschaffung können wir leider nicht länger vollständig kompensieren. Wir sind daher gezwungen, unsere Preise für die SENEC.Cloud zum 01.01.2023 anzupassen.

als Nutzer*in eines SENEC.Cloud-Pakets sind Sie in diesen fordernden Energie-Zeiten sehr gut aufgestellt und nutzen bereits passgenaue Lösungen für Ihre Eigenversorgung mit Solarstrom. Daher müssen Sie bereits weitaus weniger Strom zukaufen als das Gros der Bevölkerung. Außerdem leisten Sie einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Eins ist deutlich: In diesem Jahr kennt der Energiemarkt nur eine Richtung. Seit Anfang 2021 haben sich an den Energiebörsen die langfristigen Beschaffungspreise für Strom nun bis zu verachtfacht (s. Grafik unten).

Wir beschaffen den Strom für unsere Kund*innen zwar zum Teil lange im Voraus, allerdings lassen sich die Steigerungen in der Größenordnung, wie sie derzeit den Markt beherrschen, nicht mehr ausgleichen. Hinzu kommen steigende Umlagen und Netzentgelte. Den Wegfall der EEG-Umlage geben wir bereits vollständig an Sie weiter. Dies kann die aktuellen Kostensteigerungen jedoch nur minimal mindern. So zwingt uns die Marktlage, die Preise insgesamt anzuheben.

Gemäß unseres Preisanpassungsrechts (Ziffer 17.der AGB) passen wird den Strompreis Ihres Vertrages zum 01.01.2023 an. Der monatliche Betrag für Ihr Paket SENEC.Cloud 3.0 - Basis 10.000 erhöht sich von 128,95 € auf monatlich 259,95 € (inkl. Umsatzsteuer). Der Mehrverbrauch von Strom über die Paketgrenze Ihres Cloud-Pakets hinaus kostet ab 01.01.2023 pro Kilowattstunde 44,00 Cent.

Wie EnBW / SENEC die private Kraftwerksleistung seiner Kunden abschöpft:

SENEC argumentiert, wie eingangs zitiert, damit, daß sich der Marktpreis erhöht hat. ABER: SENEC muss ja gar nicht den ganzen Strom seiner Kunden einkaufen. Jeder SENEC-Kunde produziert Strom.

SENEC resp. EnBW haben für diese Kraftwerke nicht einen Cent bezahlt. Das sind sozusagen Privat-Kraftwerke die aus bürgerschaftlichem Engagement finanziert wurden, wie z.b. unsere 28,83 kWh Solaranlage

2022 haben wir nun schon 23,628kWh eingespeist. Das sind fast 24mWh für deren Strom-Erzeugung die EnBW nichts bezahlt hat.
Schlimmer noch: wir haben jeden Monat unseren SENEC.cloud Tarif bezahlt, für die „freie Rückliefermenge“. Bezogen haben wir 10.117kWh. Davon sind 10.000 „frei“ (also - wir haben für unseren eigenen Strom monatlich 128,95 € bezhalt).

Ja. Ich verstehe, dass der Strom, der Nachts bezogen wird, nicht aus den PV-Anlagen von anderen SENEC-Kunden stammt. Aber. Den Überschussstrom kann SENEC/EnBW ja tagsüber auch an der eingangs erwähnten Strombörse zu „stark gestiegeneen Preisen“ verkaufen. Dabei ist die Sonne nicht teurer geworden und die tausenden privat betriebenen Kraftwerke sind auch schon längst gebaut und haben (anders als fossile Kraftwerke) keine laufenden Kosten. Schon gar nicht für SENEC/EnBW …

Irgendwie drängt sich schon der Verdacht auf, dass EnBW / SENEC durch diese Preiserhöhung die internen Kosten für die Reparatur der defekten SENEC-Speicher reinholen will. Mehr zur Ferabschaltung hier:

updated: SENEC Fernabschaltung (9) - Der Service arbeitet auch am Samstag …
Unser SENEC.home v 2.1 Speicher ist Fernabgeschaltet, schlechte Software und zögerliche Kommunikation seitens SENEC sind hier sehr ärgerlich …

Ebenfalls ungeplante Kosten für EnBW / SENEC waren und sind ja auch die 25 € Kulanzzahlung, die SENEC den Kunden anbietet, wenn der Speicher fernabgeschaltet wurde. Mehr zur Kulanzzahlung ist in dieser spannenden Antwort von SENEC zu lesen:

SENEC und die Sache mit der Kulanz
Nach einer Twitter-Beschwerde hat SENEC meine Mail endlich beantwortet. Die Aussagen zur Kulanzzahlung sind neu für mich aber alles in allem ist die Antwort unbefriedigend …

die neuen Cloud-Preise

Nachdem SENEC es im letzten Jahr leider versäumt hat, unseren Vetragswechsel zu bestätigen (und ich das auch nicht wargenommen habe), haben wir mit der Abrechung im April zum 23.5. einen Paket-Wechsel auf Basi 10.000 € vollzogen, damit wir mit der Rückliefermenge im Winter die Wärmepumpe mit „unserem“ Strom betreiben können. Es sind als fast 183% Preissteigerung für uns, wenn wir den im April 2019 geschlossenen Vertrag zugrunde Legen:

Paket

ab 1.8.2019

ab 1.9.2020

ab 1.1.2023

Preissteigerung
2019-2023

Preissteigerung
2020-2023

1.000

15,95 €

33,95 €

33,95 €

112,85 %

0,00 %

1.500

20,95 €

45,95 €

45,95 €

119,33 %

0,00 %

2.000

25,95 €

57,95 €

58,95 €

127,17 %

1,73 %

2.500

30,95 €

69,95 €

70,95 €

129,24 %

1,43 %

3.000

35,95 €

80,95 €

83,95 €

133,52 %

3,71 %

3.500

39,95 €

91,95 €

96,95 €

142,68 %

5,44 %

4.000

43,95 €

102,95 €

108,95 €

147,90 %

5,83 %

4.500

47,95 €

112,95 €

121,95 €

154,33 %

7,97 %

5.000

51,95 €

122,95 €

133,95 €

157,84 %

8,95 %

5.500

55,95 €

132,95 €

146,95 €

162,65 %

10,53 %

6.000

59,95 €

142,95 €

158,95 €

165,14 %

11,19 %

6.500

63,95 €

151,95 €

171,95 €

168,88 %

13,16 %

7.000

67,95 €

160,95 €

183,95 €

170,71 %

14,29 %

7.500

71,95 €

169,95 €

196,95 €

173,73 %

15,89 %

8.000

75,95 €

178,95 €

209,95 €

176,43 %

17,32 %

8.500

79,95 €

186,95 €

221,95 €

177,61 %

18,72 %

9.000

83,95 €

194,95 €

243,95 €

190,59 %

25,13 %

9.500

87,95 €

202,95 €

246,95 €

180,78 %

21,68 %

10.000

91,95 €

209,95 €

259,95 €

182,71 %

23,82 %

💡
Wir sind im 10.000 er Paket. Weil wir durch die Wärmepumpe und das eAuto immer noch über 10.000 kWh Netzbezug haben. Verglichen mit dem Jahr der Vetragsunterzeichnung ist SENEC also in 3 Jahren 183% teurer geworden …

die neuen Mehrverbrauchspreise

💡
In den 3 Jahren ist der Strompreis für die Mehrverbräuche also fast doppelt so teuer geworden. Wir zahlen ab Januar nächsten Jahres 1,8x mehr für den Strom als bei Vertragsabschluss 2019.

hin-und-her-gerechne

Unsere Anlage wurde ja erst am 1.4.2020 in Betrieb genommen, das letzte Jahr bei der e•on | edis war 2019 mit einer Jahresabrechnung von 3.837 €. Das waren 319,75 € im Monat.

Wir haben für die Finazierung unserer PV-Anlage also einen Kredit aufgenommen, der 400 € im Monat Rückzahlung vereinbart hat. 2019 hatten wir mit dem 2.000er Tarif angefangen …

Wir haben durch die Inbetriebnahme am 1.4.2020 eine Einspeisevergütung von 9,18 cent pro kWh. Das wird aber per Abtretungsverfügung an SENEC ausgezahlt. Nicht an uns. Am Jahresende wird dann der zu viel verbrauchte mit dem Mehrverbrauchspreis von der Einspeisevergütung abgezogen und dann wird der Rest ausgezahlt.

Wenn ich jetzt mal die Milchmädchenrechnung aufmache:

Wir haben eine Einspeisevergütung von 9,18 cent pr kWh und haben in diesem Jahr schon 23.573 kWh eingespeist (einfach auch, weil der Speicher von SENEC seit Monaten außer Betrieb ist). Damit haben wir 2.164,00 € erwirtschaftet.

Wir haben in diesem Jahr 10.066 kWh aus dem Netz bezogen. Wir rechnen jetzt mal die 39 cent / kWh dagegen: 3.925,74 €.

Ziehen wir von diesen 3.925,74 € verbrauch, die 2.164 € einspeisevergütung ab, bleiben 861 € übrig. Wir hätten also „Stromkosten“ von 861 € zahlen müssen, wenn wir auf den kanzen SENEC.cloud zauber verzichtet hätten?

An SENEC gezahlt haben wir aber 1.376,70 € an SENEC, für die cloud. Darin enthalten sind 10.000kWh freie Rückliefermenge. Gucken wir uns die Kosten mal an:

» 2022

Für die Cloud zahlen wir 2022 also: 12 * 128,95 € = 1.547,4 €
10.000 kWh zu kaufen würde bei 33 cent aber 3.300 € kosten.
Die Cloud ist damit immer noch 50% preiswerter als den Strom einzukaufen.

» 2023

Und nun das Gleiche für 2023:

Für die Cloud zahlen wir dann: 12 * 259,95 € = 3.119,4 €
10.000 kWh zu kaufen würde bei 44 cent immer noch 4.400 € kosten …
Die cloud ist dann immer noch 29% preiswerter, als den Strom einzukaufen.


Die defekten SENEC-Speicher

Der große Knackpunkt ist jedoch, der defekte SENEC-Speicher. Noch immer ist unser Speicher im Standby-Modus aufgrund der SNEC Fernabschaltung. SENEC hat zwischenzeitlich versucht den Speicher notdürftig zu „reparieren“, in dem sie einen 2.500kWh Block ausgebaut haben, weil das BMS diesen Block als „abweichend“ erkannt hat.

Wenn ich mir die Jahre 2020, 2021 und 2022 ansehe, und die Werte auf den Monatsdurchschnitt rutner-rechne sehen wir, dass die fehlenden Speicher die Werte massiv verändern. Die Monats-Umrechnung ist „wichtig“, weil die Anlage ja erst im April 2020 in Betrieb gegangen ist, und das Jahr 2022 noch nicht rum ist:

 

2020

⌀ Monat 2022

2021

⌀ Monat 2021

2022

⌀ Monat 2022

erzeugung

27.009 kWh

3.001 kWh

29.763 kWh

2.480 kWh

32.650 kWh

3.265 kWh

einspeisung

20.120 kWh

2.236 kWh

18.796 kWh

1.566 kWh

23.673 kWh

2.367 kWh

bezug

4.956 kWh

551 kWh

13.352 kWh

1.113 kWh

10.066 kWh

1.007 kWh

akku-beladung

2.188 kWh

243 kWh

2.863 kWh

239 kWh

1.590 kWh

159 kWh

akku-entnahme

22.071 kWh

2.452 kWh

2.711 kWh

226 kWh

1.498 kWh

150 kWh

verbrauch

12.938 kWh

1.438 kWh

24.245 kWh

2.020 kWh

19.183 kWh

1.918 kWh


SENEC.cloud - lohnt sich das noch?

Wenn ich mir aktuelle Strompreise angucke, dann haben wir hier im Barnim mindestens 56,57 cent / kWh. Das ist dann fast 30% teurer als bei SENEC.

Quelle: stromvergleich.de

Mit dem Jahresverbrauch von 24.245 kWh  und bei 0,5657 € pro kWh hätten wir Jahres-Stromkosten von 13.715,40 €, und da würden dann die 2.164,00 € Einspeisevergütung einen Monatlichen Abschlag von ca. 963 € nach sich ziehen.

Ab 1.1.2023 zahlen wir monatlich 659,95 € für den Strom. 400 € für den PV-Kredit und 259,95 € für die Cloud mit 10.000 kWh Rückliefermenge.

ABER

Der SENEC-PV-Speicher ist einfach ein integraler Bestandteil unserer Strom-Versorgung. Und dieser Speicher ist Schrott. Er steht seit Monaten nutzlos in der Ecke und SENEC antwortet nicht auf mails, wenn man nicht direkt mit dem Anwalt droht …

Ich meine, wir haben ca. 11.000 € für unseren Speicher ausgegeben.

Quelle: https://www.photovoltaikforum.com/core/attachment/151323-senec-home-v2-1-produktkatalog-pdf/

Das System ist am 1.4.2020 ans Netz gegangen und keine 2 Jahre später, hat SENEC den Speicher abgeschaltet. Seit dem steht er monatelang ohne Funktion im Flur. Zwischenzeitlich hat SENEC bei uns ja einen 2,5 kWh-Modul entfernt, aber dennoch wurde der Speicher kurz darauf wieder fernabgeschaltet. Meine eMail vom 24. Oktober ist bisher unbeantwortet

Vielleich knobelt die Rechtsabteilung noch darüber. Ich werd jetzt aber endlich einen Anwalt einschalten.

UPDATE: Die Antwort auf die Mail kam gestern (14.11.2022) und war so spannend, dass ich da einen eigenen Artikel draus machen musste:

SENEC und die Sache mit der Kulanz
Nach einer Twitter-Beschwerde hat SENEC meine Mail endlich beantwortet. Die Aussagen zur Kulanzzahlung sind neu für mich aber alles in allem ist die Antwort unbefriedigend …

SENEC selbst verweist auf die Webseite thinkowl und dort habe ich auch die Frage „Kann ich der Preiserhöhung widersprechen?“ nebst Antwort gefunden:

Nein, ein Widerspruch zur ausgesprochenen Preiserhöhung ist nicht möglich.
Hintergrund ist der §315 BGB, der es uns als Stromanbieter erlaubt gestiegene Kosten in der Leistungserbringung nach „billigem Ermessen“ an unsere Kunden weiterzugeben.
Sofern Sie mit der Preiserhöhung nicht einverstanden sind und den Vertrag beenden möchten, steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu.

Tja. Wie sieht es bei euch aus - lohnt sich eine Cloud für euch oder habt ihr ganz andere Ideen und Lösungen, die ich so auf den ersten Schock nicht sehe?


Kommentare

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Marco Tralles

Veröffentlicht vor 15 Tagen