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holistischer Klimaschutz

Für eine klimaverträgliche CO₂-Bilanz müssen alle Aspekte berücksichtigt werden - und dazu gehört eben auch die Ernährung und die Tatsache, dass sich mehr Menschen überwiegend vegan ernähren müssen!

vor 4 Monaten

Neuester Artikel €DU, Deutschland einsam machen. Autor Marco Tralles public

Da wir uns als Familie entschlossen hatten, bis Ende 2020 CO₂-Neutral zu werden, gehörte bei uns ein ganzheitlicher Ansatz dazu, also nicht nur den Diesel gegen ein Elektro-Auto tauschen oder die 27 Jahre alte Öl-Heizung zu erneuern, sondern auch ganz grundsätzlich zu schauen, wo wir ggf. auch versteckte CO₂-Emissionen mit verantworten. Ein Hund zum Beispiel schlägt in der neuen Version des Rechners mit 1,94 t CO₂ bei biologisch artgerechte Rohfütterung (BARF) pro Jahr zu Buche. Fast 2 Tonnen. Wegen des Hundes …


Aber auch die Ernährung wird häufig übersehen, und auch hier muss man sich klar machen, wie viel CO₂ oder andere Treibhausgase unser Klima beeinflussen.

Um ehrlich zu sein:
Dieser Schritt hat am meisten persönlichen Verzicht nach sich gezogen.

Ich meine:

Neues Auto?

Kleinigkeit. Auto ist Auto. Es bringt dich bei Regen, Schnee und Eis von A nach B. Sicherer und bequemer als mein Fahrrad. Hier muss man sich nur klar machen: Verkehrswende ≠ Antriebswende …

Neue Heizung?

HAMMER! Es riecht nicht mehr nach Öl. Es wummert nicht mehr, wenn der Brenner anspringt. Das Wasser wird nicht mehr „den ganzen Tag warmgehalten“, sondern das Frischwassermodul erzeugt Heißwasser per Druchlauferhitzer, so dass ich seit dem weniger Magenprobleme habe. Und das ganze per Wärmepumpe mit Holzvergaser für die harten Tage. Und die hatten wir, mit -15°C im Winter 2020/21. Im unsanierten Altbau. Mit den alten Plattenheizkörpern. Und es war eine durchgängig angenehme Wärme im Haus.

PV-Analge?

Genial! Hätten wir viel früher machen sollen. Ehrlich. Wir haben vorher halt jeden Monat 450 € Stromkosten gehabt, und jetzt zahlen wir jeden Monat ~450 € Kredit ab. Aber . Noch 7½ Jahre. Dann zahlen wir kein Kredit mehr ab. Aber produzieren immer noch Strom für unsere Heizung, das Auto, den selbstverbrauch und die Einspeisung.


und nun, vegane Ernährung?

Ich hatte meine Vorbehalte. Aber ganz ehrlich: es ist viel vielfältiger als Gedacht und schmeckt auch echt gut. Natürlich ist es Gesund. Aber ich vermisse echt guten Käse. Ich rede nicht vom Wald-und-Wiesen Camenbert, sondern einem 12 Monate gereiftem Gruyère oder einem aus Roquefort-sur-Soulzon stammendem Edelschimmelkäse; ich rede von halbfesten Rohmilchkäsen wie einem Comté oder 'nem würzigen Ziegenfrischkäse zum Frühstück …

Echt. Ich vermisse Käse.

Aber es ist nicht so, dass ich hungrig wäre.

Vegane Ernährung ist halt nicht wie eine Diät, wo man einfach den ganzen Tag Hunger hat. Ich bin satt. Und das nachhaltig. Am Ende ist es einfach nur eine sehr gesunde Ernährung.

Und das sieht man:

Und das, wo ich mich in den letzten 12 Monaten tendenziell eher weniger bewegt habe, da die üblichen Fahrradstrecken zwischen Zuhause und Bahnhof pandemiebedingt entfallen ist.

Leider kann ich aus meiner alten Pebble keine so keine schönen Graphen rausziehen, wie aus der WiFi-Wage, aber die täglichen Schritte haben sich kaum verändert. Also die beiden Spikes im März vom Holz-Machen mal ausgenommen:


Meine Frau hat sich in ihrem Studium sehr ausdauernd in Ethik mit dem Veganismus beschäftigt, auch mit den philosophischen Fragen des Tierleids und so weiter. Vielleicht kann sie ja mal ihre Semester-Arbeit in ein Blog-Eintrag verwandeln :D


Der durchgeknallte Antisemit Avocadolf hat in der Veganen-Szene für bad-publicity gesorgt, aber abgesehen von solchen Fashion-Veganern, hat meine Frau eine Kochbuchreihe gefunden, die von einem österreichischem veganen Ernährungsberater namens Niko Rittenau in Zusammenarbeit mit dem Koch Sebastian Copien geschrieben wurden.

Was soll ich sagen: wir essen sehr gesund und der großteil schmeckt auch wirklich so gut, dass ich nichts vermisse.

Aber nicht nur ich. Die ganze Familie. Und unsere Tochter ist sogar konsequenter als ich, denn ich habe mir durchaus auch schon ein echten Käse gekauft …

Obwohl die „Genussscheiben“ von SimplyV wirklich gut schmecken, kann ich sie im Grunde nicht empfehlen, denn machen wir uns nichts vor: was die Firmen an CO₂ in der Landwirtschaft einsparen verderben sie durch unnötig viel Plastik-Verpackung!

Und wo die Hersteller gerade dabei sind, sich unglaubwürdig zu machen, schreiben sie auch groß „Mit Mandel“ auf die Verpackung, und dann steht in den Zutaten:

53% Mandelzubereitung (Trinkwasser, 2% Mandeln), Kokosöl, modifizierte Stärke, Stärke, Aroma, Salz, Kartoffelprotein, färbendes Lebensmittel (Konzentrat aus Karotte und Apfel), Antioxidationsmittel: Natriumascorbat.

… in Summe sind also nur 1,06% des Käseersatz Mandeln. Der Rest ist Wasser, Stärke, Kartoffelprotein und Aromen.


Und dann muss man natürlich auch sagen, dass Vegan unter der Maßgabe so weit wie möglich Regional und Saisional einzukaufen, einfach auch teurer ist, als konventionell.

Der Blick ins Haushaltsbuch mag etwas verzerrt sein, schließlich essen die Kinder nicht mehr in der Schulspeisung (und machen wir uns nichts vor, für 45 € im Monat kann man die Kinder zuhause nicht versorgen). Aber die Ausgaben für Lebensmittel sind halt 2020 im Vergleich zu 2019 signifikant angestiegen:


Ich bin kein Koch und das ist kein Food-Blog, daher werde ich hier auch keine Rezepte verbreiten, aber ihr könnt mir glauben: wir hatten ganz phantastische Drei-Gänge-Menüs, essen leckere Kleinigkeiten zwischendurch, haben selbstgebackenes Brot mit wirklich tollen abwechslungsreichen Aufstrichen und im Moment gibt es frischen Bärlauch - nicht mit Chavroux, aber der Soja- oder Mandel-Ersatz hat eine sehr vergleichbare Konsistenz und der frisch geerntete Bärlauch liefert ohnehin hauptsächlich den Geschmack …

Um es also noch mal zusammen zu fassen: Für eine klimaverträgliche CO₂-Bilanz müssen alle Aspekte berücksichtigt werden, und genauso wie auch die Politik im Sinne der Sektorkopplung Verkehr, Energie und Agrar unter einen Hut bekommen muss, müssen wir Bürger eben auch auf allen Ebenen schauen, wo sich CO₂ einsparen lässt. Und die konventionelle Landwirtschaft ist, gerade mit der Milchwirtschaft einer der größten CO₂-Emmittenten!

Es reicht aber nicht, dass wir Verbraucher „an der Kasse abstimmen“, die Hersteller und Produzenten müssen durch die Politik einen Rahmen vorgebgeben bekommen, der eben nicht die Fleisch- und Milchproduzenten weiter protegiert.

Und hier biegt der Beitrag in eine überraschende Richtung ab: Geht zur Bundestagswahl 2021 wählen. Meidet die Nazis und den kriminellen Sumpf der „christlichen union“ und wählt zum Beispiel Die Grünen!

Marco Tralles

Veröffentlicht vor 4 Monaten