Unsere Tochter hat ihr Schnupper-Praktikum bei den Grünen gemacht und war durchaus beeindruckt von den Ideen der Partei. „Papa, warum bist du eigentlich nicht bei den Grünen?“ hat sie mich gefragt, weil große Übereinstimmungen mit unserer (meiner Frau und meiner) Einstellung und den bei den Grünen vermittelten Eindrücken entdeckt hat …

Tja. Warum eigentlich nicht? Ich habe viele Jahre treu die SPD gewählt, aber auch nur „halbherzig“. Ich halte nichts davon, kleine Parteien in die Opositionsrolle zu wählen, auch wenn z.b. die Humanisten oder die Piraten meine Sympatie genießen. Ich habe viele Jahr als Webmaster für Greenpeace Magazin gearbeitet, habe mich als Jugendlicher in meiner Heimatstadt für den WWF engagiert und Plakate gegen die Abholzung des Urwalds gezeichnet, gegen den Wahlfang und gegen Atomkraft.

Die Grünen haben seit jeher meine „Zweitstimme“ erhalten. Ich finde Rot-Grün als ausgewogenes politisches Programm. Aber „in eine Partei eintreten“ war für mich bisher keine Option. Zu Abstoßend empfand ich meinen Vater und „seine CDU“ …

Ich meine, kurz nach der Wende, als mein Vater mit seiner profunden Ablehnung gegen „die Partei“ sich für die CDU engagierte und begann sich in lokaler Baupolitik einzubinden, war auch das für mich eher abstoßend. Wärend Sören und ich für Greenpeace vor der Kaufhalle standen, gegen Waldsterben und zum Erhalt des Regenwaldes protestierten, war die im Haus kommunizierte Politik so öde Kleinbürgerlich. Hier wurden keine gesellschaftlich relevanten Aspekte diskutiert, sondern es wurde um Aufträge, Ämter und Posten geschachert.

Als Geschenk zu ihrem 12 Geburtstag habe nun also „politische Verantwortung“ übernommen und bin „bei den Grünen eingetreten“.